31.01. Aufnahme
Um 10 Uhr sollte ich mich auf der MKG Station melden. Das war an sich schon schwierig, da auf dem riesigen Klinikkomplex kaum freie Parkplätze zu finden waren. Mein Mann hat mich dann an der Station abgesetzt und erstmal weiter einen Parkplatz gesucht (übrigens kann man außerhalb des Klinikgeländes auch sehr gut kostenlos parken). In der Station habe ich dann erst einmal mein Bett bekommen und wurde zur Patientenanmeldung geschickt. Da bekam ich dann noch mein "All Inclusive" Armband mit Strichcode, falls ich auf dem Gelände mal verloren gehe. Meine Bettnachbarinnen hatten beide nur leichte Eingriffe gehabt, hatten aber auch schon Erfahrungen, was OPs am OK und UK angeht und meinten beide, es wäre halb so wild gewesen. Zwischendurch gabs dann noch Blutabnahme, Gespräche mit dem Stationsarzt und dem Oberarzt und dem Anästhesisten. Ich hatte irre Angst vor der Narkose, weil ich noch nie eine hatte. Der Anästhesist konnte mich da auch nicht wirklich beruhigen, als er mir erklärte, dass bei der Narkose meine Atmung aussetzt und ich künstlich beatmet werden muss. Kein Wunder, dass ich abends ganz schön hibbelig war. Zum Abschiedsessen bin ich noch fix mit meinem Mann in den Pizza HUt, dann hieß es ein letztes Mal Zähne putzen und - warten. Um 22 Uhr gab der Nachtdienst mir eine Schlaftablette (obwohl ich 3 Ärzte drauf angesprochen habe hatte die Info es leider nicht in meine Akte geschafft). Keine Ahnung obs an mir lag oder ob die Tablette nur ein Placebo war. Ich wurde zwar ein bisschen ruhiger, eingeschlafen bin ich trotzdem erst um 2. Und dann auch nur mit Unterbrechungen.
01.02. OP
Um 6 Uhr morgens wurden wir geweckt. Ich bin dann noch duschen gegangen und hab meine OP Kluft angezogen. War auch immer noch recht gelassen, auch wenn mein Puls deutlich im aufgeregten Bereich war. Um 7 bekam ich die LMAA Tablette und muss leider auch hier sagen, dass ich nicht den Eindruck hatte, dass die irgendwas bewirkt hat. Ich fühlte mich weder ruhiger noch ausgelassener, als ich abgeholt wurde. Erst einmal umparken auf die OP Liege, dann ging es in den Narkoseraum, wo ich verkabelt wurde. Da meine Adern an den Händen sehr dünn sind, mussten wir aber auf einen Arzt warten, damit der den Zugang für die Medikamente legen konnte. Als alles fertig war, wurden die OP Ärzte gerufen. Keine Ahnung, wer da jetzt alles bei war, aber der kleine Raum war ziemlich voll, sicher 3-4 Ärzte und das Narkoseteam. Ich wurde dann an den Tropf gehängt und der Anästhesist setzte mir eine Maske auf mit dem Kommentar "Ist Sauerstoff". Da musste ich glatt lachen, weil ich am Vortag erst hier im Forum gelesen hatte, dass einem anderen Patienten das auch gesagt wurde, obwohls das Narkosemittel war. Tja. Ne Minute passierte erst mal nichts.. war ja irgendwie klar. Der Arzt fragte ob ich was spür und ich sagte Nein. Vermutlich hat er die Dosis dann erhöht, denn einige Sekunden später wurde mir plötzlich richtig warm und weg war ich.
Ans Aufwachen habe ich nur vage Erinnerungen, und irgendwie hab ich da nen kleinen Horror von. Ich hatte richtigen Durst und mir war auch ein bisschen flau im Magen. Obwohl ich ja definitiv nicht sprechen konnte, scheint man mich verstanden zu haben, denn das Übelkeitsgefühl verschwand und mir wurde gesagt, ich kriege gleich was zu trinken. Sehr gut kann ich mich auch noch dran erinnern, dass irgendein Arzt mehrmals zu mir meinte "Beruhigen Sie sich".. ob ich da ausgeflippt bin? Ich frage mich auch noch, ob ich während der OP eine Darmspülung bekommen habe, weil ich vorher nen leichten Druck im Magen hatte (wie wenn man eben aufs Klo muss aber noch nichts kommen will). Nach der OP war der Druck weg.
Im Krankenzimmer bin ich dann erstmal richtig zu mir gekommen. Meine Bettnachbarinnen wurden mittlerweile entlassen und ich muss sagen es war echt angenehm, dass ich in dem Zimmer die totale Ruhe hatte. Ich kann Euch nur empfehlen, bei der Anmeldung nach einem Zimmer zu fragen wo am nächsten Tag einer geht, damit man nicht so einen Trubel hat. Etwa eine Stunde, nachdem ich zurück aufs Zimmer war, kam auch mein Mann. Lustigerweise fühlte ich mich gleichzeitig todmüde und doch topfit. Seltsam oder? Ich habe dann ein paar Stunden erstmal einfach nur dagelegen und die Augen zugemacht. Geschlafen hab ich nicht, aber es tat trotzdem gut. Irgendwann kam noch ein Arzt und meinte, die OP wäre super verlaufen und es hätte keine Komplikationen gegeben. Hat mich in dem Moment leider gar nicht interessiert, ich wollte nur meine Ruhe haben. Nach einem weiteren Wach-Nickerchen hat mein Mann mir erstmal in den Schlafanzug geholfen und wir sind auf Klo gegangen. Auch hier war ich wieder richtig fit. Zwar ein bisschen wackelig auf den Beinen, aber ich hatte nicht das Gefühl, mal ein paar Pausen zu brauchen. Wir sind deshalb an dem Tag auch noch zwei oder drei Mal über die Station gewandert. Die Schwestern waren total erstaunt, dass ich so fit bin, sie meinten das hätten sie noch nie gehabt, dass einer von selbst aufsteht, und das am selben Tag.
Neben einer Magensonde habe ich auch noch zwei Drainageschläuche im Mund. Meine Angst, dass mich da irgendwas stören würde, war unbegründet. Die Drainagen bemerke ich kaum (es nervt nur, dass ich sie immer vom Bett losmachen muss, wenn ich aufstehen will) und die Magensonde tut nur beim Schlucken weh. Für abends wurde mir dann Astronautennahrung angekündigt, aber irgendwie kam da nichts mehr. Gut dass ich ohnehin etwas übergewichtig bin und genug Reserven habe
1. Tag Post-OP
Ok der ist heute, deshalb kann ich auch nur einen halben Bericht geben. Um 8 schneite der Oberarzt mit einer ganzen Horde von Ärzten rein um zu fragen wies mir geht und mir zu sagen dass ich mich bewegen soll. Dr. P. der Oberarzt blieb noch einen Augenblick länger und ich konnte ihn ziemlich leicht überreden, dass die Magensonde rauskommt. Ich hätte sie sicher noch ein paar Tage ertragen, aber mein Wohlbefinden ist mir grad wichtiger. Er meinte dann, ich solle dann eben noch was frühstücken, und dann kann die raus. Hab ich der Schwester auch weitergegeben, ein Frühstück bekam ich trotzdem nicht zu sehen
Gegen 10 Uhr wurde ich dann zu einem anderen Arzt gerufen, der meine Wunden säuberte. Ich wollte ihm klarmachen, dass die Sonde raus soll, aber er sträubte sich und meinte, die muss fünf Tage drin bleiben. Ich wollte ihm dann klarmachen, dass ich ja schon das OK hatte und er forderte mich ausdrücklich zum sprechen auf. Da er aber keinen Ton verstand, hab ich ihm doch aufschreiben dürfen, was ich sagen wollte. Da er Dr. P. offenbar nicht widersprechen wollte, kam die Sonde dann auch sofort raus (das war eklig, aber auch wunderbar erleichternd). Er hat mich dann noch auf das Chlorhexamed im Krankenzimmer hingewiesen und dass ich viel damit spülen soll, weil ohne die Sonde das Infektionsrisiko höher ist. Tja ich hab mein bestes gegeben, aber so ganz hab ich den Dreh noch nicht raus, wie ich das hinkriege. Für Tipps bin ich da dankbar.
Übrigens durfte ich gestern den ganzen Tag nichts trinken. Heute wollte ich mir das OK dafür holen, aber das ging auch irgendwie unter, also hab ich es mir irgendwann selbst erlaubt. Tat das gut. Ja, keine Ahnung, das Personal ist super lieb und hilfsbereit, aber was meine Versorgung mit Lebensmitteln angeht, ist heute echt der Wurm drin. Hoffentlich denken die irgendwann wenigstens mal an meine "Suppe von der Suppe", die ich statt dem Sondenbrei ja jetzt kriegen müsste. Sonst muss mein Mann da mal Theater machen, wenn er heute abend nach der Arbeit kommt.
So das ist alles, was bisher passiert ist. Die Schwellungen halten sich in Grenzen, nur die Unterlippe ist dreimal so dick, wie sie sein sollte, und natürlich ziemlich taub. Mal sehen wie es sich weiter entwickelt. Morgen sollen die Draiagen raus und dann bin ich ja auch wieder richtig mobil. Außerdem muss ich morgen zum Röntgen, was sicher noch aufregend wird. Die Röntgenabteilung liegt nämlich am anderen Ende des Geländes und es gibt einen extra Patienten-Shuttle-Bus, mit dem man da hin kommt.













